McBildung
In den letzten Tagen komme ich mit meinem Fahrrad oft Unter den Linden lang. Die Sonne scheint und die Touristen freuen sich.
Als ich heute da entlangdüste, musste ich an einen frisch gedruckten Artikel in der “Utopie konkret” denken.
Vor noch nicht ganz zwei Jahren war die Straße einmal reserviert für eine Privatveranstaltung von der Unternehmensberatung McKinsey, und sie war gefüllt mit diesen schnieken Leuten der Company. (Man sagt: Die Leute von McKinsey sind die grauen Herren die sich mal in den Betrieben umschauen und wenn sie wieder verschwinden, dann flattern Kündigungen)
Damals war ich beeindruckt wieviele Leute da mit einem McKinsey-batch Unter den Linden umhergelaufen sind, es waren bestimmt Tausende. Anlass war ein Bildungskongress von der Initiative McKinsey-bildet.
McKinsey ist ja nicht die einzige Firma, die massive Lobbyarbeit im Bildungsbereich betreibt. Unter den Linden 1: diese exklusive Adresse geht an die Bertelsmann Stiftung.
Besagter Artikel in der “Utopie konkret” (jetzt kommt erst der link), von Armin Bernhard hat nun gerade jene Unter-den-Linden-Bildungspolitik auf dem Kieker. Man muss ein wenig über das etwas klobige Marxisten-Deutsch hinweglesen, denn der Artikel ist interessant.
Bernhard betrachtet in dem Text die zunehmende Ökonomisierung der Bildung und bezeichnet das Abziehen menschlicher Ressourcen aus dem öffentlichen Sektor in die Privatwirtschaft und in deren Gewinne treffend als Biopiraterie.
Ich möchte hier nicht die ganze Arbeit reviewen sondern nur einen der Gedanken von Bernhard aufgreifen den ich schon (zugegebener Maßen etwas kryptisch) in meinem Wissen macht Fit posting angerissen hatte. Dort hatte ich diese neunmalkluge “Schon gewusst? - Aktion der Initiative “Wissenschaft im Dialog” kritisiert.
Ich habe das Gefühl, dieser Blick auf unsere neugierigen Kinder und kindlich neugierigen Leser welcher in diesen “Schon gewusst.. ? - Fragen” deutlich wird, ist der selbe Blick, wie jener in diesem Video auf die Kinder mit ihren “Warum? - Fragen” auf dem McKinsey-Kongress mit seinen reservierten Unter den Linden.
Hinter diesen Fragen steht nämlich ein Imperativ: Werf’ dein Potential auf den Markt! Markt ist hier nicht metaphorisch gemeint, sondern im Wortsinn; es geht um Geld.
Ich kann meine Kinder nur vor diesen Leuten warnen und ihnen sagen: Die führen was im Schilde. Denn, falls sich dein Wissen und deine Neugier nicht in Rubel rechnen dann gehst du hier hin und stellst besser keine Fragen.





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