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Nun schreibe ich doch etwas zum Thema, des Nature Artikels vom Donnerstag:

Bininda-Emonds ORP, Cardillo M, Jones KE, MacPhee RDE, Beck RMD, Grenyer R, Price SA, Vos RA, Gittleman JL, Purvis A (2007) The delayed rise of present-day mammals. Nature 446:507-511.

Das Thema erregt verständlicherweise die Gemüter. Hier einige der Überschriften:
Säugerboom ohne Dinosterben, Verschnaufpause der Evolution, Säugetiere sind Spätzünder, Mammals Took Their Sweet Time to Flourish, Study Shows, Study Re-evaluates Evolution of Mammals.

Zwei Dinge die mir zum Thema einfallen:

Erstens: Seltsamerweise, habe ich im Artikel selbst, und auch in keinem Kommentar in der blogosphäre jemanden eine Verbindung mit dem alten Boucot’schen Konzept der Entkopplung ziehen sehen. Dabei erscheint das doch so nahe liegend:

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Art Boucot hat schon in den achtzigern bemerkt das evolutive Radiationen wichtiger Organismengrupen scheinbar, wie er es genannt hat, in einem “evolutiven Vakuum” stattfinden. Oftmals finden die beobachteten Radiationen unabhängig von ökologisch-geologischen Veränderungen statt und wir hätten selbst mit all unserem Wissen im Nachhinein nicht vorraussagen können, wann die evolutiven Ereignisse stattfinden würden. Dieses “Prinzip der Ungewissheit”, oder der Kontingenz in der Geschichte des Lebens verweist auf einen, wie ich meine ganz zentralen Punkt: Das Leben schreibt seine Geschichte selbst. In der Geschichte des Lebens gibt es Helden.
Das nun ausgerechnet die Säugetiere, die ja immer als Paradebeispiel der Lückenfüllung galten ihre passive Rolle im Drama der Wende Mesozoikum / Känozoikum zu Helden der Geschichte werden ist schon schön anzusehen.

Zweitens: der Artikel von Bininda-Emonds et al. fängt so an:

Molecular data and the fossil record can give conflicting views of the evolutionary past. For instance, empirical palaeontological evidence by itself tends to favour the ‘explosive model’ of diversification for extant placental mammals (…..). By contrast, molecular data consistently push most origins of the same orders back into the Late Cretaceous period, leading to alternative scenarios(..)

Meine Frage: Sind es denn nicht die spektakulären Funde der Paläontologen in der letzten Jahre die vor allem in China und der Mongolei gemacht wurden, welche die molekularen Uhren nach hinten kalibriert haben? Also wurde der hier veröffentlichte Baum nicht erst durch diese neuen Funde auf diese Art möglich? Hier ein paar Beispiele (e. g. 1, 2, 3, 4)

Es ist schade, dass da wieder diese Wertung aufgemacht wird. Klar die molekularen Techniken sind wunderbar, aber was wären sie ohne die Kalibrierung durch einzelne wichtige Fossilfunde?