Gerade lese ich hier “Wissenschaftler entern die Blogosphäre”: 50 Millionen Weblog gibts! 12 Millionen Amis bloggen. Das sind 8% der Internet user der USA, 39% lesen blogs. Die meisten US Blogs sind mehr oder weniger persönliche Tagebücher aber vier Prozent der Us-Blogs bei Technorati haben einen “Science” Tag. Das sind immerhin noch 19,881 Blogs. Naja, ungefähr 18,200 davon sind laut Bora Zivkovic “pseudoscience blogs, new age blogs, creationist blogs, or computer technology blogs”. Aber da bleiben noch mehr als tausend Blogs die direkt aus der Akademia kommen, also von Studenten, Ph.D’s, Wissenschaftlern, Professoren und Wissenschaftsjournalisten. Da wird schon ganz schön gequatscht, da drüben. Eigentlich ziemlich toll.

Ich kenne ja nur die die Großen, schaue also regelmässig auf Scienceblogs und auf ein Paar aus dem Academic Blogroll. Ich mag die Kommentare. Da lebt Wissenschaft.

PZ Myer wird von dem oben verlinkten Artikel in Cell zitiert:

“The blog would not be as popular if it was only about science,” he says. “I am popularizing science using political issues as a hook.”

Hm, was er damit wohl meint. Meint er, das echt? Er benutzt politische Themen als Aufhänger? Dann wäre sein Kommentieren Mittel zum Zweck der Popularisierung? Seltsam. Na, egal. Was ich jedoch ganz wichtig finde: In Wissenschaftsblogs wird die politische Dimension von Wissenschaft sichtbar und sie hat hier einen Platz und ein Forum, was es in dieser Breite bisher nicht gab. Genau das ist es was mich an den Wissenschaftsblogs so fasziniert. Hier wird zwar nicht entschieden, aber hier werden Meinungen verhandelt und das ist ja schliesslich der Anfang allen Mitbestimmens. Das, was wir in den Blogs lesen und schreiben hat seinen Impakt in unserem alltäglichen akademischen Leben in den Unicafeterias, auf den Fluren und den Kolloquien…
Ich lese die Amiblogs und bin immer wieder begeistert über die Fülle und Vielfalt der Kommentare.
Aber wo sind die deutschsprachigen akademischen Blogs? Wo wird Naturwissenschaft diskutiert? Entweder ich bin zu blöd zum suchen, oder es gibt sie nicht? Ok, es gibt vielleicht ein Dutzend. Die Wissenschaftsjournalisten sind aktiv, sollten sie auch, und ein paar Geisteswissenschaftler gibt es auch und die Hardblogging Scientists haben ihr letztes posting am 13. April eingetragen.

Dabei wird auch auf deutsch wild gebloggt. Jan Schmidt hat seine wirklich spannende re:publika-Präsentation ins Netz gestellt die einmal zeigt wer hier bloggt, wer liest, worüber gebloggt wird. Es gibt auch noch einen Podcast auf beissholz in welchem eben jener zum Thema interviewt wird. Auch diesen Artikel aus dem Bamblog fand ich schon sehr lesenswert.

Und nun? Wo sind die deutschsprachigen Wissenschaftsblogs? Wissenschaftler die übers bloggen und e-kommunizieren bloggen gibts einige aber wo sind die Klimaforscher/innen, Biologen/innen, Physiker/innen , Mathematiker/innen, Geologen/innen … Wo sind die blogs, die aus den Museen kommen, aus den Unis und aus den Helmoltz und Max Planck Instituten..

Vielleicht kann mir mal jemand die geheime Tür in die deutschssprachige Wissenschaftsblogosphäre zeigen..