Glauben ist Ignoranz
des Zweifels. Oder besser vielleicht, die Arroganz der Besserwisser. Was zeigt das besser als dieses kurze Video, aufgezeichnet vor ein paar Tagen bei FoxNews (hier ist das Transskript). Richard Dawkins ist Objekt der Begierde des Nachrichtenkanals und wird kurz von einem Showmaster vorgeführt. Es ist erstaunlich, wie höflich und ruhig Dawkins bleibt, wenn sich der Showmaster über ihn lustig macht.
Das ganze ist auch ein kleines Lehrstück zur Wissenschaftskommunikation. Wie weit können wir in den Medien unsre Sicht auf die Dinge darstellen? Der Showmaster hat Interesse an Dawkins weil er Quote bringt, dieses Interesse öffnet eine kleine Tür für Dawkins, die Bühne bei Fox zu betreten. Aber hat das mehr gebracht, als schlicht Präsenz zu zeigen?
Dawkins wird ja von vielen Wissenschaftlern vorgeworfen in der unsäglichen Evolution vs. Kreationismus Debatte kontraproduktiv zu sein, in dem er Glauben und biologische Wissenschaft als sich gegeneinander auschliessende Kategorien betrachtet. Er hat sicherlich recht wenn man wissenschaftliche Methoden mit Methoden des Glaubens oder Nicht-Glaubens ersetzt. Aber Glauben wir nicht alle an irgendwas: das wir einmal im Lotto gewinnen, dass uns und unseren Freunden nichts zustösst etc. Es muss also ums Konkrete gehen. Dawkins kann im Kontext bestimmter Fragen den Glauben kritisieren. Genau dass sagen Matthew C. Nisbet und Chris Mooney wenn sie vorschlagen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse immer in einem Rahmen diskutiert werden müssen, in denen sie für die Öffentlichkeit persönlich fassbar und sinnbringend sind.
Was bringen solche Sendungen wie die bei Fox als Vorurteile zu betätigen? Eigentlich ist das alles sinnentleerter junk in dem es nur um die Werbung vor und nach dem Beitrag geht.





April 25th, 2007 at 8:54 pm
Im öffentlichen Diskurs in Amerika zählt halt neben dem was gesagt wird ganz besonders auch bei wem man in der Show war und wie man dabei aufgetreten ist.
Der Talk-show-circuit da drüben ist vor allem Unterhaltung. Dawkins war bei O’Reilly und ist bei der Angelegenheit vom Eindruck her gut rübergekommen, das sind die beiden Dinge, die letztendlich für die Debatte als solche zählen. Das Gespräch selbst ist nur rituelles Geplänkel.
O’Reilly wollte ihn provozieren, hat es aber nicht geschafft.Eindeutiger Punktsieg für Dawkins.