birds & babies
Frühling, die Vögel beginnen zu zwitschern. Am Rhin, bei Rheinsberg, an dem ich heute mit einem Freund spazieren war, da ging es wild zur Sache. Links die Meise, rechts der Buchfink, hinten der Schwarzspecht und oben der Bussart und alle durcheinander. Das war schön.
Abends im Zug zurück nach Berlin in der Reihe hinter mir quäkt ein Baby und gluckst bald zufrieden. Birds & Babies.
Auf Spaziergängen quatscht es sich gern. Die Stimmen und Gedanken mischen sich und die Vögel mischen einfach mit. Florian, mit dem ich unterwegs war erzählte mir von den Stimmen-Imitationskünsten der Stare. Ich musste natürlich gleich an Roger Callois und die Oktopodenpsychastenie denken und Lacan und das Spiegelstadium lugten hinter einem Baum hervor.
Die Idee Lacan’s Spiegelstadium war, dass das Baby durch das Erblicken seines Abbildes (das auch als das Erblicken eines Anderen oder als einen Blick in den Spiegel verstanden werden kann) seine eigene Koherenz entdeckt. Ausgangspunkt für diese Idee waren unter Anderem Callois Überlegungen zur Mimikri, der die Magie der Dunkelheit und der Auflösung der Grenzen zwischen dem Drinnen und Draussen unseres Körpers mit einem Wunsch in Verbindung brachte den er den “Instinkt der Verleugnung” nannte. Dieser Instinkt, so Callois führt uns zu einer verkleinerten Existenz an deren Ende es weder Bewusstsein noch Gefühl gebe. Huuh. Das Spiel des Stars als Lust sich zu verleugnen. Ist unser Gesang vielleicht gar Imitation des Vogelgesangs? Ich hätte mich gern in diesem schönen Moment verleugnet und wär’ noch länger im Wald geblieben…Das Wandern ist des Müllers Lust..
Naja - jedes Wochenende führt unweigerlich an einen Montag, auch wenn draussen die Sonne scheint.
Zurück in Berlin hab ich natürlich gleich nachgeschaut, was es nun mit der Mimikri bei den Staren auf sich hat.
Da heisst es in einem Plos Artikel, dass die Nachahmung bei neugeborenen Rhesusaffen darauf hinweist, das dass Vermögen zur Imitation angeboren ist und in vielen Artikeln, die ich ad hoc gefunden habe werden verschiedene funktionelle Aspekte der Mimikri gefunden. (z. B. 1, 2, 3).
Aber kann mir jemand erzählen aus welchem Grund ein Sperling eine Eule imitiert, ein Eichelhäher ein Pferd, oder eine Amsel den Rufton eines Computermodems? An instinktive Verleugnung und eins werden mit der Welt mag ich da genauso wenig glauben, wie an funktionelle Anpassung.





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