Köcherfliegenlarven und das Warten auf Ungelenkes
Manchmal warte ich auf einen guten Zufall. Es gibt sie ja immer wieder, diese kleinen Zufälle, durch die sich die Dinge im Leben fügen. Ich meine nicht, dass ich auf einen Lottogewinn warten würde. Eher so ein keines gutes Zufällchen.
Über Ostern hatte ich Zeit Ingo Schulzes “Handy” zu lesen. Darin gibt es eine Geschichte “Mr. Neitherkorn und das Schicksal” in der geht es genau um diese kleinen Zufälle die so oft solch eine grosse Wirkung in unserem Leben entfalten. Goethe, so lese ich bei Schulze, sagt
“Das Schicksal, für dessen Weisheit ich alle Ehrfurcht trage, mag an dem Zufall ein sehr ungelenkes Organ haben.”
Vielleicht lag Goethe ganz falsch und der Zufall ist überhaupt die Essenz und das fruchtbarste Organ des Schicksals.
“Das absolut Neue entstammt dem unbestimmten Charakter der Stimuli, welche so den Part der zufälligen Umstürze spielen im System, dass sie Vortäuschen.”
Mit diesen seltsam kruden Satz zitiert Hubert Duprat Henri Atlan’s, L’organisation biologique et la th éorie de l’information (Paris: Hermann, 1972).
Hubert Duprat hat den Köcherfliegenlarven einfach statt Blättchen und Schneckchen Gold und Geschmeide gegeben damit sie daraus ihr Häuschen bauen. Das war nicht einmal seine Idee, sondern er hat es sich abgeschaut, aus einem Bericht von wilden Köcherfliegenlarven.
Man mag vielleicht an Xenophora denken, die bisweilen Kronkorken
sammelt, oder an manche Seeigel, die sich gerne mit Coladeckeln gegen die Sonne schützen.
Solche kleinen Unregelmäßigkeiten können manchmal schöne Wirkungen erzielen. Das ist doch eigentlich ein Frühlingsthema, oder?






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