Das fragte mich gestern meine Tochter, als ich mit ihr durch einen wunderschönen mecklenburgischen Buchenwald stapfte. Der Himmel war himmelblau und die bunten Blätter leuchteten in der Sonne. Ich dachte an Mandelstams “Der Hohle Laut..” aber warum die Herbstblätter so wunderbar Leuchten, das fiel mir nicht ein. Irgend etwas unromantisches von Oxidation und Eisen, vielleicht, aber so richtig klar war mir das nicht.

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Heute Abend zurück im regnerischen Lille lese ich, dass sich auf der anderen Seite des großen Teiches jemand genau darüber ebenfalls Gedanken gemacht hat, ein Spezialist. Schön, dann kann ich dass hier gleich weiterverbreiten und meiner Tochter irgendwann einmal genau erzählen, falls sie das dann noch interessiert.

Ich lag gar nicht so falsch. Die Blätter werden bunt, weil sich in ihnen beim allmählichen herunterfahren der Photosynthese im Herbst solch wunderschön klingende Pigmente konzentrieren wie Anthocyanine (rot), Carotenoide (orange) und Xanthophyllide (gelb).

Mit den roten Pigmenten hat es etwas Besonderes auf sich, die werden nämlich ausschliesslich im Herbst gebildet. Und zwar um die Pflanze vor unerwünschten freien Radikalen zu schützen die sich bevorzugt bilden, wenn die Phososynthese im Herbst nachlässt. Die anderen Pigmente gibt es das ganze Jahr über in den Blättern, werden aber erst sichtbar wenn das Grün verblasst.

Interessant ist auch, dass die Bodenbeschaffenheit die Blattfarbe beeinflusst. Stickstoffarme Böden fördern das Herbstrot…

Nachzulesen ist das alles im Detail hier.