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I.z.u.

Liebe Leute. Schneller als gedacht kommt jetzt die obligatorische Meldung, die ich in den letzten Monaten ab und zu mal bei englischsprachigen Blogs (zuletzt bei Lealaps) gelesen habe. Ich ziehe um.

Scienceblogs ist im Deutschprachigen angekommen. Das finde ich super!

Auch wenn ich im Konkreten durchaus noch skeptisch bin, weil Seed eben Seed ist und nicht Burda. Aber mal sehen was sich dort entwickelt.
Ich bin zuversichtlich (genauso, wie die da) und mache mit und freue mich und tiefes leben wird tiefes leben und lebendig bleiben auch wenn sich die Addresse ändert. Ab jetzt ist sie also:

http://www.scienceblogs.de/tiefes-leben

(der interims-link ist: http://www.blogs-hbm.de/tiefes-leben/)
und ich hoffe ihr bleibt mir treu.

Trigger als Aufhänger

Ich bin immer noch bei meiner kleinen Reihe “Zukunft vohersagen – Vergangenes lesen”. – Das ist vor Allem meine Hermeneutik paläontologischer Arbeiten vor dem Hintergrund der Frage: Was wollen wir eigentlich Verstehen?

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Endlich komme ich dabei auf die Ordovizische Radiation, mein derzeitiges Hausthema. Im Ordovizium hat es richtig geknallt, da ist das Leben explodiert. Mein Kollege Thomas Servais sagt immer, die Kambrische Explosion hat im Ordovizium stattgefunden. Das stimmt natürlich so nicht, weil die Kambrische Explosion ja das sprunghafte, schnelle Erscheinen aller wichtigen Phyla der höheren Tiere und ihrer komplexen Lebensgemeinschaften benennt. Aber was er damit sagen will ist, im Ordovizium ist etwas anderes passiert, da begannen diese Organismen sich extrem zu Vervielfältigen und zwar in Hinblick auf Häufigkeit und Vielfalt. Sah die kambrische marine Welt noch recht öde aus, so entwickelten sich im Ordovizium ausgedehnte Riffe und die Schelfe waren ab da von der Tiefe bis an die Küste dicht besiedelt mit Trilobiten, Brachiopoden, Bryozoen, Korallen allen möglichen Würmern und Mollusken. Es wurde extrem bunt im Ordovizium und diese Vielfalt stieg bis zum Ende der Kreidezeit nicht mehr wesentlich an.

Da ist also eine neue Welt entstanden. Und wir fragen uns natürlich, warum ist das passiert, warum im Ordovizium und nicht schon im Kambrium oder erst im Karbon? Es gab und gibt große internationale Forschungsprogramme zum Thema [1, 2] und eine Menge Texte [meine vier Favoriten sind die blaue Webby-Bibel, der Sonderband in Paleo3, der frei zugängliche Text von Droser & Finnegan und der wenig bekannte Text von A. V. Kanygin].

Und es liegt mal wieder die Suche nach dem Trigger in der Luft. Der Blaue Webby Band von 2004 steht ganz im Zeichen dieser Frage, gibt jedoch nirgends eine Antwort darauf. Ganz hinten im Buch schreibt Arnie Miller, dass das Ereignis nur zu verstehen ist, wenn wir vom Globalen Blick hinabsteigen in die regionalen Untersuchungen und das es zu früh ist einen Auslöser zu bestimmen. Der Paleo3-Band vom März dieses Jahres ist nun das erste Ergebnis genau dieses Ansatzes. Auch hier keine Antwort auf die Frage des “Warum?”. Trotzdem, alle möglichen Trigger werden durchexerziert besonders das Klima, die zerklüftete Paleogeographie und auch der Superplume taucht auf, wenn ich mich recht erinnere. Neulich habe ich die barocke Theorie gehört, dass die erhöhte Zahl niedergehender Meteroide auf die Erde im Ordovizium zur Erhöhung der Biodiversität beigetragen haben könnte (3).

In all diesen Publikationen wird deutlich, dass so ein Trigger sich vielleicht ganz gut als Aufhänger macht, vielleicht sogar ein Science paper triggert aber keine wirklichen Erklärungen liefert. Der Auslöser, oder die Auslöser erklären möglicherweise die Dynamik und des Ereignisses überhaupt nicht. Und dabei sind wir bei meiner hermeneutischen Fragestellung: Was wollen wir eigentlich von diesem Ereignis verstehen? Ich habe das Gefühl immer dann wenn die Trigger auftauchen, dann geht es mehr oder weniger Vordergründig um Hintergrundinteressen, die mit der Ordovizischen Radiation wenig zu tun haben.

Nehmen wir das Klima. Das Klima ist ein wunderbarer Aufhänger weil alle Ohren spitz werden, wenn wir das Wort in den Mund nehmen und es reichhaltige Fundingmöglichkeiten gibt. Es eignet sich ferner als Hypothese um verschiedenste Wissenschaftler an einen Tisch zu bringen. Es ist ein Thema mit dem man die Forschungsgeräte der Institutionen richtig in Schwung bringt, weil alle möglichen geochemischen Analysen benötigt werden. Ja, es ist daher auch interdisziplinär. Am Ende kommen bei den Analysen Kurven heraus, die man wunderbar miteinander korrelieren kann oder auch nicht.

Wenn unsere Fragen, dagegen vom Trigger weggehen, dann wird es kompliziert. Dann dauert es möglicherweise Jahre bis genügend Daten zusammen sind um eine Faunenanalyse anzustellen, oder wir müssen ganz unspektakulär und ohne viel Hightech auf regionaler Ebene die Veränderungen in den Ökosystemen untersuchen. Und was dabei herauskommt lässt sich schwer verkaufen, weil es widersprüchlich, kompliziert und schwer verständlich ist. Wollen wir so etwas wissen?

Vorm Aussterben

Eine Apokalypse vor zweihunderteinundfünfzig Millionen Jahren, die Mother of Extinctions, das Große der Big Five, die Katastrophe schlechthin. Globale Biodiversität ausradiert, runtergefahren auf ein Minimum. Von dem Leben, das es vorher gab hat gerade mal ein 20stel überlebt.

Das war das P/T-Ereignis, das Permo-Triassische Massenaussterben. In keiner der großen Biodiversitätskrisen hat es eine so starke globale Dezimierung der Vielfalt des Lebendigen gegeben, wie an der Wende vom Perm zur Trias.

Verständlich, dass dieses Ereigniss eine ganz eigene Faszination auf uns ausübt. Es wird auch intensiv darüber geforscht. – Meine spontane Google Scholar Suchanfrage nach P/T boundary extinction liefert knappe 12 700 wissenschaftliche Artikel zum Thema – In der Zeitschrift “Geology” kamen gerade die Artikel 12 701 und 12 702 heraus und die haben in ihrer Gleichzeitigkeit mein Interesse geweckt, weil sie an einem Thema rühren, das mich gerade beschäftigt. Read More →

Ach, ein Patentrezept wär’ gut

Heute beginne ich einen kleinen Mehrteiler zum Thema die “Zukunft vorhersagen, das Vergangene lesen”. Ein Thema, welches nicht nur mich persönlich gerade in meinem Lebenslaufwirrwarr besonders beschäftigt, sondern auch eines mit einer gewissen gesellschaftlichen Relevanz.

Vor einiger Zeit schon habe ich einen Artikel von Bruno Latour [1] gelesen. Ein Vortrag, gehalten vor der Jahrestagung der British Sociological Association im April dieses Jahres.

Der fängt damit an James Lovelock und seine “Rache Gaias” zu zitieren und bringt einen interessanten Gedanken: Seit Jahrhunderten verstehen wir (wir als Menschheit) uns im Kampf mit der Natur (dem komplexen System da draussen). Wir verorten uns an einer Front gegen deren Unbill. [2]

Latour bringt dieses Kriegsdenken mit dem War on Terror in Zusammenhang. Beide Kriege sind nicht zu gewinnen, entweder wir “gewinnen” und verschwinden gleichsam mit dem “Sieg” oder wir verlieren und verschwinden ebenfalls. The War on Terror und Gaias Revenge stellen uns vor ein Paradoxon das weh tut weil es uns zeigt, das leider alles so einfach nicht ist. Wenn wir jemals so etwas wie ein Patentrezept hatten, dann war es immer zu spät dafür in dem Moment, wenn wir es entdeckten.

Das ist nun alles Andere als trivial und die PNAS hat im September daher eine Sondernummer zum Thema: “Jenseits des Patentrezepts” herausgegeben.

Die Antwort, die uns darin Anderies et al. auf die Frage nach dem Allheilmittel geben ist folgende: Es gibt immer viele Perspektiven auf ein Problem, viele unterschiedliche Fragen und Antworten, ebensoviele Perspektiven wie Kontrollparameter die die Lösung des Problems kontrollieren. Die Fragen, Antworten und Parameter sind ein bisschen komplex miteinander hin- und vor- und rückgekoppelt. Eher so, wie im unteren Beispiel dieser Abbildung aus dem Aufsatz:

patentrezept.png

Wohin das komplexe rückgekoppelte System von dem da draussen und dem hier drinnen steuert, lässt sich global nicht voraussagen und steuern. Aber es ist alles nicht so schlimm wie wir es auf den ersten Blick vermuten. Das System ist ja beweglich und wenn wir (!) uns in dem System mitbewegen, dann wandeln sich auch unsere Vorstellungen (plural) vom Allheilmittel. Es gibt viele lokale Patentrezepte und wir landen mit denen vielleicht irgendwo ganz anderes als wir uns das am Anfang vorgestellt haben, und das ist nicht so dramatisch solang sich unsere Vorstellung vom Ziel auch verändert. Wenn wir aber stur bleiben und nur eine globale Lösung zulassen, dann ist es so wie mit dem War on Terror es wird alles verückter und verückter. Denn es gibt immer nur kleine lokale Lösungen und heterogene Antworten in diesen komplexen Systemen. Das wichtige, und das ist das Patentrezept von Anderies et al., ist, dass die

“society needs to choose to which uncertainties it wishes to be robust, to which uncertainties it may choose to be vulnerable, and how to focus its learning resources.”

Dazu braucht es also eine Vielfalt an Akteuren die ihre Patentrezepte miteinander aushandeln und die auch in der Lage dazu sind Patentrezepte zu entwickeln; das weiter zu illustrieren spare ich mir hier. [3]

Solch einem Prozess kann man vielleicht “adaptives Lernen” nennen, wie es PNAS tut. Der Begriff “Adaptation” muss damit aber durchaus auf eine neue Art gedacht werden, weil er ja impliziert, dass die Adaptation das System an das es sich anpasst mit seiner Anpassung selbst verändert.

Ja, so ist das. Und jetzt bitte den Beitrag nochmal Lesen und das “wir”, “Gesellschaft” durch “ich” und das “da Draussen” als das “Schicksal” ersetzen, dann wird das alles etwas persönlicher…

[1] Bruno Latour, 2007: « A Plea for Earthly Sciences », Keynote adress at the British Sociological Association, East London, april 2007.
[2] Vor ein paar Monaten ist David Blackburns “ Die Eroberung der Natur. Eine Geschichte der Deutschen Landschaft.” auf Deutsch erschienen. In diesem Buch wird der komplexe Zusammenhang von Machtpolitik und Kontrolle über die Unwägsamkeiten der Landschaft in Deutschland illustriert. Ich bespreche das Buch vielleicht einmal, wenn ich es ausgelesen habe.[Rezensionen hier und hier]
[3] Das ist durchaus trivial, wenn wir es aus einer persönlichen und gesellschaftlichen Perspektive betrachten, wird aber ein schwieriges Problem wenn wir es modellieren wollen. Und das ist vielleicht das Besondere an dem Artikel.

Octopus Love

Vor ein paar Jahren habe ich am Mittelmeer in einer biologischen Station einmal zwei Wochen lang das Verhalten eines kleinen Kraken studiert. Das war nichts ernsthaftes, es hatte für mich den Zweck ein bisschen ein Gefühl für die Tiergruppe zu bekommen, die ich sonst nur versteinert kenne. Aber es hat Eindruck gemacht. Der kleine Octopus war tatsächlich verspielt und neugierig. Am Ende ist er durchs Kanalsystem des Aquariums ins Meer entwischt und ich bilde mir ein, ihn ein paar Tage später beim Schnorcheln in Freiheit wiedergetroffen zu haben. Bonjour, hat er gasagt. Also, war es schon ein bisschen ernsthaft zwischen uns. ;-)

Solche Liebesgeschichten gibt es scheinbar öfter.

Jetz lese ich hier von einer lustigen kleinen Untersuchung à la Jugend forscht. Da wurde dem Octopus verschiedenes Spielzeug angeboten; eine Plastikkneifzange, eine Plastikkuh und ein Plastikwollknäuel. Überraschendes Ergebnis war, dass weder der Ball, noch die Zange, sondern die Kuh das Lieblingsspielzeug unseres kleinen Octopus ist. Ich würde ja jetzt mit Playmo weitermachen…

Hier ist die Kuh:
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Haspeln

Manche werden es ja schon mitbekommen haben. Als ob ich nicht genug zu tun hätte, schreibe ich ja nun auch manchmal noch auf den Wissenslogs beim Spektrum der Wissenschaften unter dem Namen “Die Haspel”. Diesmal einen kleinen Beitrag zu Kitsch im Museum.

Namen gesucht

Diese Tage bin ich dabei, bisher unbekannte Nautiloideen zu beschreiben die zu den absolut ältesten ihrer Ordnung gehören. Die Dinger nennen sich Oncoceraten und kommen alle aus einer Kalkschicht aus dem Norden der Insel Öland die genau 471 Millionen Jahre alt ist und sehen ganz schön aus.

oncocerida.png

Nun ist es so, dass mir langsam die Artnamen ausgehen. Füllhorn hab ich schon, Fundort, Finder, Öland, Ostsee.. alle Namen schon vergeben. Vielleicht hilft mir jemand auf die Sprünge für die beiden abgebildeten Kandidaten.

Autorenkollektive und nicht-lebende Autoren

Was ist ein Autor? Das fragte sich Robin Rose im Nature Blog, wenn auf einem paper mehr als 20 Autoren stehen?

Wenn ich zusammen mit drei Autoren ein paper schreibe, dann ist das schon kompliziert, aber wenn 20 Leute als Autoren auftreten stelle ich mir ein babylonisches Gewirr vor wenn es darum geht den Text zu schreiben und die Korrekturen zu lesen. Autorenschaft hat bei einem wissenschaftliche Artikel offensichtlich seine Bedeutung verändert.

Marc Scheloske hat gerade einen lesenswerten Artikel zum Thema auf der Wissenswerkstatt geschrieben. Einige kleine Anmerkungen fallen mir dazu noch ein:

Früher im Osten gab es ja manchmal so etwas wie Autorenkollektive. Auch bei russischen und chinesischen Arbeiten kennt man das. Ich weiß dann immer nicht, wie ich die zitieren soll. Es gibt ja oft auch keinen Editor. Das ist dann der berühmte Et al. (kennt den vielleicht jemand?).

Autorenkollektive von damals und die Multiautorenpaper von heute sind jedoch nicht miteinander vergleichbar. Denn, wenn heute 20 Autoren über dem paper stehen, wird einerseits zwar damit noch eine Arbeitsgruppe bezeichnet, es geht aber auch ganz klar darum: Wenn 20+ Autoren auf einem paper stehen, kann es 20+ mal bei den Institutionen abgerechnet werden und wenn jeder der Autoren sich nur einmal selbst zitiert, dann wurde schon 20x zitiert. Das sind in der derzeitigen Wissenschaftpraxis harte Argumente sich Mitautoren zu suchen und Autorenschaftskartelle zu bilden. Mit den Autorenkollektiven aus den VEB’s hat das nichts mehr zu tun.

Ich erinnere mich noch an die zweifelhafte Praxis einiger amerikanischer Kollegen den berühmten Paläontologen Jack Sepkoski, der 1999 an einem Schlaganfall starb, des öfteren posthum auf ihre Autorenliste zu setzen. So kam meines Wissens der letzte Artikel mit Sepkoski als Ko-Autor 2005 heraus.

Gerade kam nun auf dem PLOS ONE Blog der interessante Vorschlag die Autorenschaft von papern zukünftig ähnlich dem credit roll eines Films aufzuschüsseln. Das würde dann sicher gleich alle Fragen beantworten, die sich mir bei Sepkoskis posthumen Veröffentlichungen stellen. Und die 20+ Autoren würden dann eben aufgeschlüsselt, von der Regie bis hinunter zur Maske und alle können glücklich sein. Wie bringt man das allerdings Thomson Scientific bei? Ich sehe schon wilde Diskussionen, und wie wirkt sich das auf den Hirsch-Index auf?

Elfenbeintürme

Vor ein paar Tagen bin ich beim Spazieren hier auf dieses Türmchen gestoßen:

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Stehend im Bergianska Trädgården in Stockholm, erbaut 1908 von einem Professor der Karpologie (Veit Wittstock) zum Zwecke eines Arbeitens mit schönem Ausblick. Das ist was, oder?

Mein Ausblick ist aber gerade auch nicht von schlechten Eltern:

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Und zwar blicke ich aus den Fenstern der Paleozoologi des Naturhistoriska Riksmuseet.

Von Veit Wittstocks Türmchen sieht das so aus:

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Schön, nicht.

Und was ich dort mache habe ich gestern hier geschrieben.

Vampyroteuthis in vitro

Der Mund rutscht mitten hinein in den Fuß. Von solchen Geschichten gibt es Tausende in den zoologischen Journalen.
Im Großen und Ganzen betrachtet geht es in diesen Artikeln doch immer darum, wie sich die Organismen irgendwann einmal aus den Meerestiefen heraus in immer entlegeneren Winkeln einrichteten und in sich dabei in beinah unendlicher Formenvielfalt ergießen. In der Logik der Wissenschaft sind wir Teil dieser verästelten Geschichten. Wir müssten die in dieser Form eigentlich radikal weitererzählen und vom Menschen als Extremophilen berichten, der sich ebenso in der Antarktis wie im Weltraum einrichtet und der das Leben dahin mitschleppt. Selbst in seinen Reagenzgläsern macht sich inzwischen das Leben breit. Völlig neue Formen von Leben breiten sich in die extremsten Umwelten aus. Seit Laika im Weltraum, seit Jüngstem in den lebensfeindlichen Laboren der Molekularbiologen. In vitro life wandert vom bottom up in unsere Reagenzgläser [1] und vom top down in leere Zellhüllen [2]. Das Leben entwickelt möglicherweise völlig neue Lebensformen, wie diese hier,
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gezeichnet vom Hypozoologen Louis Bec für Flussers “Vampyroteuthis Infernalis“.

Wir können es uns natürlich in unserer anthropozentristischen Sichtweise bequem machen und sagen, das neue Leben, was da entsteht, das Leben das durch uns entsteht, Mycoplasma laboratorium, ist böse, gefährlich, unvollkommen, gotteslästerlich, oder was auch immer. Aber wäre das nicht ziemlich diskriminierend, und ironischerweise boshaft?

Wenn man sich diesen verwirrenden, alptraumhaften(?) Realitäten stellen wollte, hätte man eigentlich an diesem Wochenende nach Prag fahren müssen. Dort findet nämlich gerade die Internationale Konferenz MutaMorphosis statt und Künstler springen dort zusammen mit Wissenschaftlern genau hinein in diese Reagenzglasbrühe . Das macht bestimmt Spaß und ich wäre ich wirklich supergenre gerne dabei, vielleicht bekomme ich beim nächsten Mal früher davon Wind.

PS. Dieses kleine Abstract hat mich zu den letzten beiden Beiträgen inspiriert.