Namen brauchen Zeit

Es ist jetzt beinah 19 Monate her, dass ich, noch als aktiver Blogger, nach Namen gesucht habe für ein paar fossile Kopffüsser. Damals hatte die Blogosphäre meiner Phantasie ein wenig nachhelfen müssen, da mir die Namen ausgegangen sind [1, 2, 3]. Heute ist der Artikel nun veröffentlicht worden.

“Wieso dauert das so lange?” Das werden da einige fragen, und: “Was hat er da eigentlich geschrieben?” Auf beides gebe ich gerne eine kleine Antwort.
Lange hat das gedauert, weil ich den Artikel zuerst in einer Zeitschrift, Palaeontology,eingereicht hatte, die ihn trotz positiver Reviews (die Gutachter haben den Artikel als Veröffentlichungswürdig mit “minor revisions” eingeschätzt) nicht haben wollten. Es ist sicher ein Artikel, der wenig zitiert wird. Da waren schon einmal drei Monate vergangen. Ich glaube im April 2008 habe ich dann das gute Stück bei Geobios eingereicht. Zugegebenermaßen, kein Open Access, aber das war mir nicht so wichtig, weil es eine Zeitschrift ist, die das Zielpublikum erreicht. Da hat es dann bis Januar gebraucht, im September hatte es der Editor geschafft, das Paper zu akzeptieren (Nachdem die gleichen Gutachter, die nun überarbeite Version jetzt vollends positiv bewertet haben). Dann kam ich in die Warteschleife, die nun heute beendet ist. Das Paper erschien (hier) und wer will kann es sich bei mir herunterladen (psst, nicht weitersagen).

Richardonoceras gastroscopium und Richardsonoceras goldmanni von Benedikt sind die beiden Namen, die ich schließlich von den Vorschlägen übernommen habe.

Der Artikel hat eigentlich nur den Zweck, diese neuen Formen zu beschreiben und in einen evolutionären Zusammenhang zu stellen. Es ist nichts Spektakuläres. Ich finde es aber wichtig diese Stücke zu beschreiben, weil sie zeigen, dass diese bestimmte Gruppe der Kopfüsser eine unerwartet, erdgeschichtlich frühe Formenvielfalt hat. Da es derzeit kaum Forscher gibt, die sich dafür interessieren ob, und wie sich diese Tiere entwickelt haben, ist der zu erwartende Zitationseintrag von dem Artikel eher gering. Aber wer weiß, vielleicht interressiert sich in 5 oder 10 oder 50 Jahren ja einmal jemand dafür und freut sich dann, darüber zu erfahren. Jetzt gibt es auf jeden Fall ein paar Tiernamen mehr.

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